
Ozelot
Der Ozelot (Leopardus pardalis) ist eine in Mittel- und Südamerika lebende Raubtierart aus der Familie der Katzen (Felidae). Er ist der größte und wohl bekannteste Vertreter der Pardelkatzen (Leopardus), einer auf Amerika beschränkten Gattung kleinerer, gefleckter Katzen.
Der Ozelot ist eine wilde Katze. Er lebt in Mittel- und Südamerika. Er ist die größte Art der Pardelkatzen. Das sind kleine Katzen mit Flecken im Fell.
Merkmale [Einklappen]
Der Ozelot ist eine mittelgroße Katze mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 72 bis 100 Zentimetern; der Schwanz ist mit 25 bis 41 Zentimetern vergleichsweise kurz. Das Gewicht erwachsener Tiere variiert zwischen etwa 7 und 15,5 Kilogramm, wobei die Männchen etwas größer und schwerer werden als die Weibchen.
Die Grundfärbung des weichen, kurzen Fells variiert von gräulich über gelblich-braun bis orange. Das Fell ist mit schwarzen, ring- bis rosettenartigen Flecken bedeckt, die streifenförmig angeordnet sind. Das Muster ist bei jedem Tier einzigartig, und oft unterscheidet sich sogar die linke von der rechten Körperhälfte.
Ein Ozelot ist etwa 72 bis 100 Zentimeter lang. Er wiegt 7 bis 15 Kilogramm. Sein Fell hat schwarze Flecken. Jedes Tier hat ein eigenes Muster – wie ein Fingerabdruck.
Verbreitung & Lebensraum [Einklappen]
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den südlichen Vereinigten Staaten bis ins nördliche Argentinien und Uruguay. Ozelots bewohnen tropische Regen-, Mangroven- und trockene Gebirgswälder bis in 3000 Meter Höhe; allzu offene Gebiete meiden sie, da sie auf dichte Vegetation als Deckung angewiesen sind. Die größten Populationen finden sich heute im Amazonasbecken.
Ozelots leben vom Süden der USA bis nach Argentinien. Sie mögen Wälder mit vielen Pflanzen und Verstecken. Offene Flächen meiden sie. Die meisten Ozelots leben am Amazonas.
Lebensweise [Einklappen]
Ozelots sind generell nachtaktive Einzelgänger. Den Tag verbringen sie schlafend an geschützten Orten – in Baumhöhlen, dichtem Gebüsch oder auf einzelnen Ästen. Nachts legen sie auf Streifzügen durch ihr Revier mehrere Kilometer zurück. Obwohl sie gute Kletterer sind, jagen sie vorwiegend am Boden, vor allem bodenlebende Wirbeltiere mit weniger als einem Kilogramm Körpergewicht.
Die Reviergröße ist variabel; die Territorien der Männchen sind in der Regel deutlich größer als die der Weibchen. Nach einer Tragzeit von etwa 79 bis 82 Tagen bringt das Weibchen ein bis zwei (selten drei) Junge zur Welt und zieht sie allein in einem versteckten Nest auf.
Ozelots sind nachts wach und meist allein. Tagsüber schlafen sie an sicheren Orten. Nachts laufen sie viele Kilometer und jagen kleine Tiere am Boden. Die Mutter zieht ein bis zwei Junge allein groß.
Jagd & Nahrung [Einklappen]
Ozelots unternehmen vorwiegend nächtliche Streifzüge durch das Unterholz, in deren Verlauf sie pro Nacht mehrere Kilometer zurücklegen. Sie jagen teilweise aktiv im Laufen, gelegentlich lauern sie Beutetieren aber auch auf und können 30 bis 60 Minuten bewegungslos verharren.
Die Nahrung besteht in erster Linie aus Wirbeltieren unter einem Kilogramm Körpergewicht: Nagetiere wie Stachelratten, Neuweltmäuse, Agutis und Baumstachler, dazu Beutelratten und Baumwollschwanzkaninchen. Größere Tiere wie Nasenbären, Brüllaffen, Faultiere, Tamanduas oder Spießhirsche werden gelegentlich erlegt. Auch Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische gehören zur Beute, in geringem Ausmaß sogar Wirbellose wie Krabben und Insekten.
Ozelots streifen nachts durchs Unterholz. Sie können auch lange auf Beute warten. Sie fressen meist kleine Tiere am Boden: Nagetiere, Vögel, manchmal auch Fische und Reptilien.
Fortpflanzung & Aufzucht [Einklappen]
Die einzelgängerischen Tiere kommen nur zur Paarung zusammen. Nach einer Tragzeit von etwa 79 bis 82 Tagen bringt das Weibchen ein oder zwei (selten drei) Junge zur Welt. Verglichen mit ähnlich großen Katzen ist das eine relativ lange Tragzeit bei niedriger Geburtenrate. Ozelotweibchen gebären wahrscheinlich nur alle zwei Jahre.
Das Nest wird in einem hohlen Baumstamm, einer Felsspalte oder in dichter Vegetation angelegt. Die Jungenaufzucht ist allein Sache des Weibchens. Jungtiere wiegen bei der Geburt 200 bis 280 Gramm und sind etwa 23 bis 25 Zentimeter lang. Mit zwei Wochen öffnen sich die Augen, mit drei Wochen beginnen sie zu gehen, mit vier bis sechs Wochen verlassen sie erstmals das Nest. Geschlechtsreif sind Weibchen mit 18 bis 22 Monaten, Männchen erst mit rund 30.
Die Mutter bekommt ein bis zwei Junge nach etwa 80 Tagen Tragzeit. Sie zieht die Jungen allein in einem Versteck groß. Mit drei Wochen können die Jungen laufen. Erwachsen sind sie nach etwa zwei Jahren.
Lebenserwartung & natürliche Feinde [Einklappen]
Die Lebenserwartung in freier Wildbahn wird auf rund zehn Jahre geschätzt; in menschlicher Obhut können Ozelots ein Alter von über zwanzig Jahren erreichen. Zu den natürlichen Feinden zählen Riesenschlangen, Pumas, Jaguare und Harpyien.
In der Natur leben Ozelots etwa zehn Jahre, im Zoo können sie über zwanzig werden. Gefährlich sind ihnen große Schlangen, Pumas, Jaguare und Greifvögel.
Systematik [Einklappen]
Der Ozelot ist eine von – je nach systematischer Auffassung – sieben bis dreizehn Arten der Gattung Pardelkatzen (Leopardus). Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1758 durch Carl von Linné in der 10. Auflage der Systema Naturae als Felis pardalis. Seine engsten Verwandten sind die Tigerkatze (L. tigrinus) und die Langschwanzkatze oder Margay (L. wiedii).
Klassisch werden zehn Unterarten unterschieden, die sich vor allem in der Fellfärbung unterscheiden. Die Cat Specialist Group der IUCN erkennt in ihrer Revision von 2017 dagegen nur noch zwei Unterarten an: L. p. pardalis (Texas und Arizona bis Costa Rica, kleiner und gräulich) und L. p. mitis (Südamerika, größer und gelblich).
Linné hat den Ozelot 1758 wissenschaftlich beschrieben. Er gehört zu den Pardelkatzen. Früher unterschied man bis zu zehn Unterarten, heute meist nur noch zwei.
Name & Kulturgeschichte [Einklappen]
Der Name Ozelot leitet sich vom Nahuatl-Wort ocelotl ab, wobei diese Bezeichnung vermutlich ursprünglich den Jaguar meinte. Das Tier taucht in der Mythologie der Azteken auf: Das erste mythische Zeitalter der aztekischen Eschatologie heißt nahui-ocelotl („Vier-Jaguare"), und auch im Azteken-Kalender existiert ein Tageszeichen ocelotl.
Krallen und Ozelotfell wurden für zeremonielle Tracht verwendet. Darstellungen des Gottes Quetzalcoatl zeigen ihn mit Ohrringen aus Ozelot-Krallen.
Das Wort „Ozelot" kommt aus der Sprache der Azteken. Eigentlich meinten sie damit aber den Jaguar. In ihrer Mythologie war das Tier wichtig.
Schutzstatus [Einklappen]
Die IUCN stuft den Ozelot als „nicht gefährdet" (least concern) ein und begründet dies mit dem sehr großen Verbreitungsgebiet. Schätzungen der Gesamtpopulation belaufen sich auf mehr als 40.000 geschlechtsreifen Tiere, in einigen Regionen werden die Bestände als stabil betrachtet.
Unabhängig davon wird die Art durch Lebensraumverlust, Abholzung, Straßenverkehr und Wilderei teilweise stark beeinträchtigt. Die Populationen im Nordosten Mexikos und in Texas sind dramatisch zurückgegangen – die Zahl der Ozelots in Texas wird auf 50 bis 80 Individuen geschätzt. Ohne intensiven Schutz droht hier das lokale Aussterben.
Insgesamt sind Ozelots nicht stark bedroht. Es gibt etwa 40.000 erwachsene Tiere. In Texas leben aber nur noch sehr wenige, dort sind sie in Gefahr.
Mensch & Nutzung [Einklappen]
In Europa war die Art vor allem wegen des Ozelotfells bekannt, das in großem Umfang in der Kürschnerei verarbeitet wurde. Zwischen den 1960er- und Mitte der 1970er-Jahre kamen jährlich bis zu 200.000 Felle in den Handel; Ozelotmäntel wurden in den USA mit bis zu 40.000 US-Dollar gehandelt. Seit Januar 1990 besteht ein absolutes Handelsverbot.
Aufgrund seines großen Verbreitungsgebietes stuft die IUCN den Ozelot als nicht gefährdet ein. Regional – etwa im südlichen Texas mit nur noch rund 50 bis 80 Tieren – ist die Art jedoch stark bedroht, vor allem durch Lebensraumverlust und Verkehrsunfälle.
Früher wurde der Ozelot wegen seines Fells gejagt. Sehr viele Tiere wurden getötet. Seit 1990 ist der Handel ganz verboten. Heute gilt der Ozelot als nicht gefährdet. In Texas leben aber nur noch sehr wenige.
- 1Was: mittelgroße Wildkatze, 72–100 cm lang, 7–15,5 kg, mit ring- und rosettenförmigen Flecken.
- 2Wo: vom Süden der USA bis ins nördliche Argentinien; größte Bestände im Amazonasbecken.
- 3Wie: nachtaktiver Einzelgänger, jagt kleine Wirbeltiere am Boden.
- 4Schutz: heute „nicht gefährdet", aber lange wegen des Fells stark bejagt – seit 1990 Handelsverbot.

Der Ozelot ist eine in Mittel- und Südamerika lebende Wildkatze aus der Familie der Katzen.
Er ist der größte und bekannteste Vertreter der Pardelkatzen, einer auf Amerika beschränkten Gattung gefleckter Katzen.
Sein Fell ist mit schwarzen, ring- bis rosettenartigen Flecken bedeckt, die bei jedem Tier anders angeordnet sind.
Ozelots sind nachtaktive Einzelgänger und jagen vor allem kleine, bodenlebende Wirbeltiere.
Lange wurden sie wegen ihres Fells stark bejagt; seit 1990 besteht ein absolutes Handelsverbot.
Heute gilt der Ozelot dank seines großen Verbreitungsgebietes als nicht gefährdet.

